NDR Talkshow Nino de Angelo

NDR Talkshow: Nino de Angelo – 2. Karriere im Kakao

„Irgendwann im Leben“ ist Nino de Angelo „Jenseits von Eden“

Eine jahrzehntelange, nicht immer ganz geradlinig verlaufende Karriere hat es gedauert, bis Nino de Angelo endlich einmal den Weg in die NDR Talkshow gefunden hat. Dort begrüßte ihn Moderatorin Barbara Schöneberger mit den Worten: „Er hat ein Leben wie James Bond gelebt. Er hat viel erlebt und auch viel überlebt.“ Anschließend sprachen sie über die damalige Hymne einer ganzen Generation „Jenseits von Eden“ und über seine aktuelle zweite, fast noch erfolgreichere Karriere. 17 Minuten Talk widmeten sich allein der Schlagerlegende.

Mit welchen Gefühlen sitzt du hier heute Abend? Wenn es jetzt gleich um dein Leben geht, hast du dann manchmal das Gefühl „Oh Gott, jetzt muss ich gleich das und das hier besprechen“? Oder bist du mit dir im Reinen?

„Ich habe, glaube ich, vor vier Jahren einen ganz intelligenten Schachzug gemacht. Ich habe eine Autobiografie geschrieben, wo ich alles reingeschrieben habe, was die Presse noch nicht wusste.“

War das noch viel?

„Na ja, einiges. Aber bei mir ist es eh wurscht. Ich bin schon so oft durch den Kakao gezogen worden. Aber das macht mir auch gar nichts. Ich fühle mich mittlerweile superwohl im Kakao.“

Gerade im Einspieler war es sehr interessant, dich bei deinen ersten Auftritten zu sehen. Wie alt warst du da, 19?

„Meine erste Fernsehshow war bei Blacky Fuchsberger, da war ich 17.“

Da stand ein Junge, korrigiere mich, wenn ich da nicht richtig bin, der überhaupt nicht checkt, was gerade mit ihm passiert.

„Überhaupt nicht. Ich wusste nicht, wohin mit meinen Händen, erinnerte mich dann an einen Tipp mit der Hosentasche, damit die da nicht immer rumbaumeln. Und ich hatte null Erfahrung in diesem Business, hab‘ mich sehr unwohl gefühlt. Ich weiß nicht warum, aber ich war einfach nicht fertig.“

Wie lange hat es gedauert, bis du verstanden hast, wie der Hase läuft?

„Nicht so lange – 45 Jahre ungefähr.“

War dir damals klar, wieviele Chancen und Risiken dieses Leben mit sich bringt? Am Anfang stolpert man ja da so rein, denkt alles sei ein riesiges Missverständnis, oder?

„Ich habe ja damals mit 15 Jahren in Köln in so einer Pianobar angefangen. Da waren immer unheimlich viele Stars und Prominente. Da dachte ich, dass es ja schön wäre, auch einmal so ein Star zu werden. Dann kam zuerst Manfred Schmidt zu mir und fragte, ob ich Lust hätte, eine Platte zu machen. Ich fragte: ‚Wie, eine Platte? So eine richtige Platte, eine schwarze mit meinem Gesicht darauf?‘ Ich war natürlich total außer mir. Dann erzählte ich es einigen Freunden, die dachten, ich würde jetzt total durchdrehen. Meine Eltern meinten auch, dass ich spinne. Aber ich wusste ja, was ich konnte, dass ich unheimliches Talent zum Singen habe, und hatte mir das schon so vorgestellt. In der Schule habe ich schon Autogramme geübt.

Als es dann wirklich losging, bin ich aber so ein bisschen in der falschen Musikrichtung gelandet. Ich hätte lieber Rock’n’Roll, Elvis Presley, Celentano und alles Mögliche gesungen. Das ging ein paar Jahre gut, dann habe ich meinen Namen verlängert, die ersten Platten liefen ja nur unter ‚Nino‘. Ich dachte, nur so könnte es etwas werden. Und dann kam ja auch schon der erste Hit und dann der zweite, der noch viel größer war, nämlich ‚Jenseits von Eden‘. Irgendwie stand das alles schon so geschrieben, war wohl von Anfang an so geplant.“

Wenn du heute „Jenseits von Eden“ singst – weißt du, wie oft du es schon gesungen hast?

„Keine Ahnung, ich weiß nicht, wieviele tausende Male ich diesen Song gesungen habe. Aber ich muss sagen, dass er immer noch unglaublich gut ist.“

Du singst ihn aber heute sicherlich anders? Wenn man so mit einem Lied verheiratet ist, präsentiert man es doch immer mal wieder unterschiedlich…

„Ich singe den Song mit einer Stimme, die unheimlich authentisch ist. Und wenn ich dir das vorsinge, glaubst du mir jede Silbe. Als junger Kerl war mir das damals unglaublich peinlich, wenn ich so mit Stéphanie von Monaco oder Paul Young aufgetreten bin. Heute wäre das anders. Ich habe dann andere Versionen gemacht, sie immer an meinen neuesten Stil angepasst. Die aktuelle Version ist von 2021, sie kam mit dem Album ‚Gesegnet und verflucht‘, das ja so durch die Decke gegangen ist. Da sind dann so ein paar Metal-Gitarren drin, dazu diese rauchige, verlebte Stimme.“

Du hast ja gerade wieder ein neues Album herausgebracht: „Irgendwann im Leben“. Das zeigt nach deinen beiden letzten, ernsteren Alben deine popige Seite.

„Eigentlich wollte ich ja gar nichts mehr machen, außer vielleicht eine Pizzeria und da ab und zu am Klavier so ein paar alte Swing-Songs singen. Aber irgendwann kam ich im Allgäu mit meiner Lebensgefährtin Simone, die überhaupt nicht auf Schlager steht, auf die Idee, mehr in Richtung Rock zu gehen. Schließlich habe ich ja sehr viel dafür getan, nicht so wie die anderen Schlagersänger zu klingen. Bei mir gab es nicht nur heile Welt. Und ich musste ja auch meine Erfahrungen sammeln, um daraus meine Songs zu machen. Ich schreibe meine Songs und Texte ja selbst und produziere mittlerweile auch. Das heißt, dass in meiner Arbeit meine komplette Lebenserfahrung steckt. Der Weg dahin war ein bisschen holperig.

Durch Zufall haben wir hier in Hamburg im Chamäleon-Studio, wo wir damals ‚Jenseits von Eden‘ aufgenommen haben, Kontakt mit Chris Harms, dem Frontsänger von Lord of the Lost, bekommen. Der hat dann mal ein bisschen an ‚Gesegnet und verflucht‘, der bei mir noch so rumlag, herumgebastelt. Als ich das Ergebnis hörte, dachte ich, mir haut’s den Vogel raus. Dann haben wir beschlossen, ein Album zu machen.“

Wenn du jetzt schreibst, hast du ja andere Themen, als du sie vielleicht vor 20 oder 30 Jahren hattest und kannst mit deinen Erfahrungen ganz offen umgehen. Dabei hast du einen Song, der sich mit deinen Dämonen befasst. Was sind deine größten Dämonen, die dir ab und zu noch im Nacken sitzen?

„Oh Gott, das sind so viele… Ich habe den Song ja für meine Lebensgefährtin Simone geschrieben. Wer hätte sich denn normalerweise sonst noch auf mich eingelassen?! Ich bin schließlich vier mal geschieden, hättest du da ein gutes Gefühl?“

„Für kurz vielleicht“, ist Barbara Schönebergers knappe Antwort.

„Witzig, dass du das sagst. Genau das hat Simone nämlich auch gesagt. Sie hat gar nicht damit gerechnet, dass das länger dauert. Und jetzt geht es schon seit acht Jahren.“

Hubertus Meyer-Burckhardt hat daraufhin eine Zwischenfrage: „Steht denn jetzt eine fünfte Hochzeit an?“

„Äh, ganz ehrlich, eigentlich wollen wir das ja. Aber ich hab‘ echt Angst, dass da irgendwie ein Fluch draufliegt. Ich meine: Viermal geschieden… Und finde da erstmal einen Standesbeamten!“

Was sind die Topseller in deinem Fanshop?

„Am liebsten wären mir Konzertkarten. Aber es sind T-Shirts mit meinem Logo, mit den Flügeln und so.“

Fazit von Barbara aus der NDR Talkshow mit Nino de Angelo: „Du bist sehr, sehr lustig. Ich freue mich sehr, dass du wieder so erfolgreich bist und dass du auf Tour gehst. Eben, dass du jetzt einfach wieder bei uns bist. Komm jetzt öfter mal vorbei!“ Da schließt sich Schlagerzeile® einfach mal an.

Quelle: NDR Talkshow

NDR Talkshow Nino de Angelo
Auch interessant

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert