Olaf Henning

Olaf Henning: Die Manege blieb leer

Auftritt scheiterte an grünem Corona-Bändchen

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Bericht über den Auftritt von Schlagerstar Olaf Henning beim Sommerfest Teil 2 im schleswig-holsteinischen Boostedt erscheinen. Stattdessen erklären wir nun, warum besagter Auftritt nicht stattfand und was alle Beteiligten dazu zu sagen haben.


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Olaf Henning wurde von GV Versicherungsmakler Thorsten Gäbel als eines der Highlights seiner diesjährigen Charity-Veranstaltung “Sommerfest Teil 2” angekündigt. Gegen 22.00 Uhr sollte es soweit sein. Olaf Henning kam, sah und – sang nicht! Weil er nicht wollte? Stimmt nicht wirklich. Weil er nicht durfte? Stimmt auch nicht so ganz.

Der Hintergrund: Im vergangenen April wurde der Vertrag mit Olaf Henning über dessen Management “viva concepts” geschlossen. Darin enthalten natürlich eine Corona-Klausel: “Wird das Gastspiel infolge höherer Gewalt oder Auflagen durch Corona abgesagt, trägt jeder Vertragspartner seine Kosten selbst.”

Abgesagt wurde nichts, doch die Corona-Zahlen schossen in den Folgewochen durch die Decke. Daher entschied sich Thorsten Gäbel dafür, die Veranstaltung nur mit einem Schnelltest vor Ort zugänglich zu machen. Dies kommunizierte er sechs Wochen vor dem Sommerfest auf nachgedruckten Plakaten, in Pressemitteilungen, auf Flyern: “Ich wollte einfach für alle die größtmögliche Sicherheit bieten. Dafür habe ich die zuverlässigsten Nasen- und Rachentests sowie eigenes Testpersonal besorgt und aus meiner Tasche bezahlt.” Rein durfte also nur, wer durch ein grünes Armbändchen einen negativen Schnelltest nachweisen konnte. Gäbel: “Das galt für alle, egal ob Besucher, Personal oder Künstler. Und alle außer Olaf haben sich dran gehalten.”

Olaf Henning, der “Schlagerkult auf Beinen”, der sich nach eigener Aussage seit 6 Wochen selbst täglich testet oder testen lässt, um sich ausgiebig um seine pflegebedürftige Mutter kümmern zu können, und außerdem mehrfach geimpft ist, vermisste jedoch eine rechtliche Grundlage und verweigerte daher den zusätzlichen Test vor Ort: “Mit mir wurde ja nicht einmal vernünftig gesprochen. Da kam einfach nur ein ‘Bote’ in meine Garderobe, der sich nicht vorstellte, und sagte: ‘Ohne Test geht’s hier nicht rein’.”

Dieser Bote war Mitarbeiter Frank E., dessen raue und knappe, typisch norddeutsche Art am Samstagabend häufiger etwas aneckte. Für alle Beteiligten ein kleiner Tip am Rande: Wer spricht, dem kann geholfen werden!

“In Olaf’s Vertrag stand nichts von einer verpflichtenden Testung. Auch eine gesetzliche Vorschrift hierfür oder eine Landesverordnung, die ‘G-Regelungen’ vorschreibt, gibt es aktuell nicht. Das war also reine Willkür. Und unsere Aufgabe kann es nicht sein, irgendwelche Informationen aus Plakaten oder Ankündigungen herauszusammeln”, fügt Hennings Manager Jens Naujokat hinzu. Ja, über die gesetzlichen Corona-Verordnungen und deren Sinn oder Unsinn lässt sich bekanntlich viel streiten und diskutieren…

Fakt ist: Der Auftritt kam nicht zustande, jetzt wird um die Gage gestritten. Veranstalter Thorsten Gäbel: “Bei der Buchung von Olaf Henning kam man uns schon in keinster Weise entgegen, obwohl es sich hier um ein Event für wohltätige Zwecke handelt. Und jetzt werde ich auch noch in Textnachrichten beschimpft und bedroht. Sogar meine 80-jährige Mutter, die Olaf an dem Abend betreut hat, bekommt solche Mitteilungen.”

“Ja, das war kein schöner Stil, uns per Nachricht zu Wort zu melden. Leider war Herr Gäbel für uns aber telefonisch nicht erreichbar. Und da habe ich emotional aufgewühlt etwas überreagiert. Dafür entschuldige ich mich”, gibt das Management zu. Und weiter: “Allerdings sind wir im Vorfeld dem Veranstalter durchaus entgegengekommen und haben aufgrund des Charity-Charakters auf fast 40 Prozent Gage und Nebenkosten verzichtet und auch sonst alle abweichenden Bedingungen akzeptiert. Bedroht haben wir niemanden.”

Olaf selbst möchte hier noch einmal betonen, wie nett er sich direkt nach seiner Ankunft (also vermeintlich ungetestet) mit Gäbels Mama, in deren Wohnzimmer seine Garderobe eingerichtet war, unterhalten hat, und wie sympathisch ihm die ältere Dame ist: “Das muss unbedingt erwähnt werden, das ist mir wichtig.” “Daher auch die emotionalen Nachrichten, weil sie so nett war”, fügt Naujokat hinzu.

Entgegengekommen oder nicht, Ansprüche hin oder her – alles nicht überprüfbar. Jedenfalls ließ die Art und Weise des Umgangs miteinander zu wünschen übrig. Gerade Insider der Musikbranche sollten eigentlich wissen: Der Ton macht die Musik!

Jetzt werden das wohl die Männer in den schwarzen Roben klären müssen. Das Henning-Team will zivil- und strafrechtlich klagen. Gäbel dazu: “Ich sehe dem gelassen entgegen.” Um mit Olaf Hennings Worten zu sprechen: “Das ist doch echt kacke, jetzt schlechtem Geld auch noch gutes hinterherzuwerfen.” Findet Schlagerzeile.de auch. Jungs, setzt Euch doch einfach mal auf ein Bier zusammen und raucht wie die Cowboys und Indianer die Friedenspfeife, damit wir uns alle auf weitere gelungene Veranstaltungen freuen und Erfreulicheres berichten können.

–> zur Veranstaltung: Das wird ’ne lange Nacht

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2 Kommentare

  1. Liebe Bettina,
    lieber Kay,

    vielen Dank für Eure Berichterstattung. Beide Seiten dargestellt. Was unsere betrifft, habt Ihr dies korrekt wiedergegeben. Herzlichen Dank dafür.

    Bis bald.

    Viele Grüße

    Jens Naujokat
    Viva Concepts Niederrhein GmbH

  2. Liebe Bettina,
    lieber Kay,
    vielen Dank für unser Kennenlernen in Boostedt. Wir hatten eine tolle Zeit mit euch. Ich habe euren Bericht gerne gelesen und habe mir aber auch meine Gedanken dazu gemacht. Nach zweieinhalb Jahren “Berufsverbot” sind wir Künstler dankbar, dass wir wieder auf die Bühne können und den tollsten Beruf der Welt ausüben dürfen. Menschen aus dem Alltag zu entführen und mit unserer Musik zum singen, lachen, tanzen und feiern zu bringen. Sie für Stunden ihre Sorgen und Nöte vergessen zu lassen, ist doch unbezahlbar. Dabei vergessen wir nie, dass wir auch eine Führsorgepflicht für unser Publikum und unsere Kollegen auf und hinter der Bühne haben. Tägliche Corona-Tests, gehören da inzwischen zu unserem Alltag. Die sind nicht schmerzhaft und in wenigen Augenblicken erledigt. Sie geben ein sichere Gefühl und die Gewissheit, dass man die Menschen um sich herum schützt. Auch meine Technikerin und ich, haben uns am Morgen im Hotel noch getestet. Sind aber am Abend der Bitte des Veranstalters gerne nachgekommen, diesen Test von einer offiziellen Stelle durchführen zu lassen. Mit dem Wissen, dass jeder Kollege und jeder Gast ebenfalls getestet wurde, haben wir an dem Abend unbeschwert und mit großer Freude gefeiert. Ich stimme euch zu, der Ton macht die Musik. Allerdings, so finde ich, sollte sich da niemand ausgrenzen und zum Wohle aller, diese ggf. persönlich Unannehmlichkeit über sich erheben lassen. Je prominenter ein Kollege ist, um so mehr kann er Vorbild für andere sein.
    Mit musikalischen Grüßen, Willi

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