Newcomerin Alyssa Melody, ©Fracasso

Alyssa Melody: Newcomerin mit Programm

Popschlager mit einer neuen “Melody”

Sie bringt alles mit, was eine Schlagersängerin braucht: Lange braune Haare, Modelfigur, rehbraune Augen, Liebe zum Schlager und eine super Stimme. Die Hildesheimerin Alyssa Melody, und das ist nicht mal ein Künstlername, möchte mit Popschlager die Schlagerwelt auf den Kopf stellen. Schlagerzeile traf zusammen mit „Freies Radio Neumünster“ den vielversprechenden Schlagernachwuchs.


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Es ist ein schöner Spätsommertag, als wir uns auf dem Weg aus dem hohen Norden nach Hannover machen. Im MEDIAN-Hotel Messe, wo uns Manager Oliver Beisse bestens umsorgt, sind wir mit Alyssa Melody verabredet, deren Name Programm ist. Die 30-Jährige weiß, wovon sie redet, denn seit Kindesbeinen hat sie nur einen Wunsch: Wie ihr Idol Jeanette Biedermann in den Musikhimmel aufzusteigen.

Alyssa war längere Zeit im Popbereich und auch in der Hamburger Musicalszene anzutreffen. Doch nirgendwo fühlte sich die attraktive Sängerin wirklich musikalisch zuhause. „Ich merkte für mich, dass ich zum Schlager möchte“, gibt sie ehrlich zu. Und auch den Grund hat sie sofort parat: „Gerade im Popschlager wird gute Laune versprüht. Und das ist, was ich mit meiner Musik erreichen möchte.“

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Melodys Mission: Den Menschen Popschlager ans Herz legen. Denn die Sängerin, die natürlich auf Pink steht, findet, dass der Popschlager in letzter Zeit etwas in Verruf geraten ist. „Es braucht zum Popschlager eben doch mehr, als nur ein gutes Aussehen“, so die hochmotivierte Newcomerin. Gleichzeitig gesteht sie: „Ich bin auch eine Frau, die auf Glitzer und Glamour steht. Doch das reicht halt nicht.“

Alyssa Melody möchte zeigen, dass eine gute Stimme und Können einen guten Künstler ausmachen. „Meine Single ‚Hurra, wir leben noch‘ soll gleichermaßen für Mallorca, aber auch für den ZDF-Fernsehgarten passen.“ Als Beispiel führt sie allen voran Anna-Maria Zimmermann an. „Sie hat eine unglaubliche Stimme, ist weg von der ‚Nur-Party-Sängerin‘. Ihre Songs funktionieren im Bierkönig genauso wie in der Giovanni Zarrella Show.“

Newcomerin Alyssa Melody, ©Fracasso
Newcomerin Alyssa Melody, ©Fracasso

Wie bist Du überhaupt zur Musik gekommen?

„Puh, da muss ich ganz weit zurückgehen. Bei mir waren es großartige Interpreten wie Michael Jackson und Tina Turner, die die Steine ins Rollen gebracht haben.“

Schnell stand für Alyssa fest, sie will auch im Rampenlicht stehen. „Ich hatte auch keinen Plan B, wollte unbedingt Sängerin werden.“ Doch sie ging den längeren Weg. „Ich machte eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau. So habe ich für Andere schon immer Konzerte etc. organisiert.“ Und das Feuer loderte in ihr weiter: „Ich wollte einfach selber auf die Bühne.“

Sie gründete ihre erste Pop-Band „Alyssa“ in Hannover. „Wir fingen klein an und tourten durch’s Land. Und was soll ich sagen, es wurde auf einmal irgendwie alles professioneller.“ Doch irgendwann wurden die Jungs „flügge“. „Am Ende blieb alles an mir hängen. Ich kümmerte mich um Auftritte usw.“

Da beschloss Melody, den Kontakt zur Band zwar zu halten, aber dennoch eine Solokarriere zu starten. Sie fing auf privaten Feiern wie Hochzeiten und Geburtstagen an. Einen kurzen Abstecher machte die Hildesheimerin in Hamburg noch in die Musicalszene.

Hast Du eine Ausbildung an der Stageschool gemacht?

„Nein. Wie ich in der Musicalszene gelandet bin, war total crazy.“ Der ehemalige DSDS-Teilnehmer Merzad Marashi hat in Hamburg zu einem offenen Casting für das Delphi-Theater eingeladen. „Ich ging dort spontan hin, und um mich herum lauter ausgebildete Musicaldarsteller“, erinnert sich Alyssa.

„Alle waren tierisch aufgeregt, weil sie einen Job brauchten, um ihr Leben zu finanzieren.“

Das war bei ihr anders. „Als ich gefragt wurde, ob ich auch dringend einen Job brauche, sagte ich nur, dass ich zum Spaß da wäre, einfach um es mal auszuprobieren.“

Merzad bestätigte ihr, dass ihre unbefangene Herangehensweise den Erfolg brachte. Sie bekam eine der begehrten Rollen und durfte die liebeskranke Melissa in der Irrenanstalt des Stücks „Forever Jung“ spielen.

Aber im Musicalbereich zu bleiben, war dann doch nicht so Deine Welt?

„Gerade im Musical habe ich viele englische Songs gesungen. Ich merkte dabei, dass mir der deutsche Bereich mehr liegt. Beim Musical singst du viele Sachen nach. Mir fehlte dort die Persönlichkeit, dass ich auch meine eigenen Songs mit einbringen kann. Deshalb blieb es bei einem kleinen Exkurs. Aber jeden Abend als Musicaldarsteller auf der Bühne zu stehen, war dann doch nicht Meins. So habe ich wieder die Möglichkeit, selbst zu schreiben und zu produzieren, gemeinsam mit meinem Produzenten in Köln.

Außerdem denke ich, dass der Musicalmarkt an Darstellern gut gesättigt ist.“

Du erwähntest Merzad Marashi. DSDS wäre keine Option für Dich gewesen?

„Nee, tatsächlich nicht – generell die Castingshows nicht. Auch die Künstler, die ich verehre, sind alle aus eigener Kraft entstanden und nicht aus Castingshows. So war Johannes Oerding auf einmal da, Helene Fischer ebenfalls. Die meisten Castingshow-Teilnehmer sind dagegen sehr kurzlebig.

Ich möchte gern alles aus eigener Kraft schaffen und sehen, wie weit ich komme. Ich möchte keine Fake-Geschichten erzählen, sondern authentisch bleiben.“

Du schreibst selbst. Nur für Dich oder auch für andere Künstler?

„Bislang tatsächlich nur für mich. Aber ich würde auch gerne für andere schreiben, gern auch außerhalb Niedersachsens. Ich möchte meinen Wirkungskreis Richtung Süden erweitern.“

Kannst Du schon von Deiner Musik leben, oder hast Du noch einen „normalen“ Beruf?

„Das Showgeschäft ist ein klares Saisongeschäft. Bis zum Oktoberfest läuft es schon sehr gut. So im Winter und um die Weihnachtszeit habe ich bei mir im Ort Deutsch zu unterrichten. Mit den geflüchteten Kindern und Kindern aus aller Herren Länder setze ich mich auch zusammen hin und schreibe Songs. So schließt sich der Kreis wieder.“

Newcomerin Alyssa Melody, ©Fracasso
Newcomerin Alyssa Melody, ©Fracasso

Du sagtest, es gibt viele Menschen, die versuchen – gerade in der heutigen Zeit -, auch wenn sie nichts können, im Schlager Fuß zu fassen. Was unterscheidet Dich von diesen Personen?

„Ein Thema: Druck. Mit 20 Jahren dachte ich: ‚Das muss doch jetzt was werden, du kannst doch was.‘ Heute bin ich entspannter und setze auf Kontinuität. Ich muss nicht mehr von Null auf Hundert berühmt werden. Ich möchte mit meiner Musik wachsen. Darüber hinaus bringe ich auch optisch was mit! Ich möchte den Glitzer und Glamour wieder auf die Bühne bringen. Ich bin totaler Helene-Fischer-Fan. Aber was kommt nach Helene?“

Stars nacheifern mag ich nicht so, sondern konzentriere mich lieber auf mich selber.“

Dein erster eigener Song „Hurra wir leben noch“ ist jetzt draußen. Dazu gleich mehr. Was hast Du sonst noch für Titel im Programm?

„Zum Beispiel eine moderne Version von Vicky Leandros ‚Ich liebe das Leben‘. Und natürlich den Song, den ich bald rausbringe. Mein zweiter Song heißt ‚Herz am Limit‘.“

Klingt nach Helene Fischer. Worum geht es darin?

„Den Song habe ich mit meinem Team zusammen geschrieben. Es geht natürlich um die Liebe und darum, dass man einfach zusammen eine gute Zeit hat. Einem Leute begegnen, die man zuerst toll findet und dann nicht mehr. Eine offene Geschichte, womit sich nicht nur Paare identifzieren können, ein Song für alle.“

Jetzt aber zurück zu Deiner Debütsingle „Hurra wir leben noch“. Warum hast Du gerade den Milva-Song gewählt?

„Der Song hat gerade zur Zeit gepasst – durch die Pandemie und den Ukraine-Krieg. Wir schalten den Fernseher ein, und es kommen nur schlechte Nachrichten. Wir wollten die Message verbreiten: ‚Hey Leute, verkriecht euch nicht, wir kommen da raus!‘

Die ganzen Veranstalter sind durch die Pandemie in richtige Schwierigkeiten gekommen. Da hat ‚Hurra wir leben noch‘ wie ‚Arsch auf Eimer‘ gepasst. Milva war eine große Künstlerin mit einer gewaltigen Stimme. Und gerade, weil der Song nicht in allen Köpfen war, haben wir ihn gewählt und mit 80er Space Sounds à la ‚Stranger Things‘ gespickt. Das hebt den Titel auf eine neue Ebene, so dass die Älteren aber trotzdem noch danach tanzen können.“

Tanzt Du auch viel auf der Bühne? Das gehört gerade im Popschlager heute ja dazu…

„Da hat mir sehr der Ausflug in die Musicalwelt geholfen. Und auch meine Zumba-Kentnisse kann ich dort unterbringen. Manchmal begleiten mich auch meine Zumba-Mädels zu Auftritten.“

Bereitest Du Deine Stimme vor und trainierst Du vor Auftritten?

„Ich gurgle manchmal. Generell probe ich vor jedem Auftritt.“

Leidest Du an Lampenfieber?

„Es geht tatsächlich. Immer, wenn ich kurz vor dem Bühnenaufgang stehe, geht es bei mir los. Die Zeit davor bin ich komischerweise tiefenentspannt. 2 bis 5 Minuten davor, da werde ich aufgeregt.“

Was machst Du, wenn Du keine Musik machst?

„Ich treibe viel Sport, spiele Tennis, manchmal mit meinem Papa. Außerdem tanze ich Zumba und spiele mit meinen beiden Katzen. Da ich alles selber mache, muss ich auch für die Karriere viele administrative Dinge erledigen.“

Findest Du auch, dass es schwerer geworden ist, in der Schlagerszene nach oben zu kommen? Gerade weil in den großen TV-Shows ja immer die gleichen Gäste sind…

„Ich wollte es nicht sagen. Aber die Veranstalter trauen sich nicht mehr, neue Künstler einzuladen. Das ist schade, und es gibt dann ehrlich gesagt schon Momente, in denen man kurzfristig resigniert. Manchmal frage ich mich, was die Musikbranche davon abhält, neuen guten Künstlern eine Chance zu geben.“

In welcher Show wärst Du am liebsten zu Gast, bei Florian Silbereisen oder Giovanni Zarrella?

„Schwer natürlich. Aber mein Wunsch wäre die Giovanni Zarrella Show und mit ihm ein Duett zu singen.“

Wirst Du auch Masse statt Klasse auf den Markt bringen – sprich: Keine Alben, nur viele Singles pro Jahr?

„Gefühlt ist es tatsächlich so, dass du am besten alle zwei Monate eine neue Single rausbringen musst, allein, um den Algorithmus hochzuhalten. Ich persönlich bin ein Fan von physischen CDs und möchte das beibehalten, auch, wenn es mehr Arbeit macht. Du willst Bilder und eine CD in der Hand haben. Eine EP zu einem Thema finde ich aber auch gut.“

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