Ein (Max) Raabe auf dem Zebra(streifen)

Max Raabe in NDR Talk Show

Max Raabe – sein Markenzeichen ist die Musik der 20er und 30er Jahre. Damit feiert der Wahlberliner in der ganzen Welt Erfolge. In der NDR Talk Show plauderte der charismatische Sänger über sein neues Album, seine Karriere und darüber, warum er mit einem Zebra durch Berlin spazieren geht.


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Wisst Ihr, wie eine Lotusblüte im Morgengrauen klingt? Nein? Die Chinesen behaupten genau das von der außergewöhnlichen Stimme von Max Raabe. Mit seinem Grammophon-Sound feiert der elegante Sänger mit der ungewöhnlichen Stimme seit drei Jahrzehnten Erfolge. Und das nicht nur in Deutschland.

Rund um den Globus erfreut man sich an der Zeitreise in die Goldenen Zwanziger. Dieses Jahrzehnt führte den Rundfunk mit Lang- und Mittelwelle ein. Und der Friedensvertrag von Versailles trat in Kraft. Auch die schwierigen 30er Jahre mit Weltwirtschaftskrise, politischen Konflikten und Kriegen lässt der “Gentleman im Frack” aufleben. “Bei mir bist du schön” und “Ein Freund, ein guter Freund” sind nur zwei Schlagerevergreens des swingigen Jahrzehnts.

Max Raabe erblickte 1962 in Lünen als Matthias Otto das Licht der Welt. Schon früh entdeckte der ehemalige Messdiener seine Leidenschaft zur Musik und verließ das Münsterland, um Musikgeschichte zu schreiben. Sein Song “Kein Schwein ruft mich an” über das stumme Telefon erfreut sich noch heute weltweiter Beliebtheit.

Raabe machte sogar als Hochzeitssänger bei Marilyn Manson eine gute Figur. Dabei ist sein 1986 gegründetes Palast Orchester stets an seiner Seite. Jetzt singt Raabe den neuen Titelsong “Ein Tag wie Gold” der erfolgreichen Serie “Babylon Berlin”.

Auf die Frage von Moderatorin Bettina Tietjen, warum er erst jetzt in der Serie der 20er Jahre dabei ist, antwortet Raabe: “Diese Frage habe ich tatsächlich in fast jedem Interview gestellt bekommen. Die Musik bei ‘Babylon Berlin’ war bisher nicht wirklich Musik aus den 20er und 30er Jahren. Es ist eher Clubmusik, die mit dem heutigen Musikverständnis zu tun hat. Es wurde natürlich in den Clubs anders gespielt, als wir es heute noch auf einer Schellackplatte hören können. Die gemeinsam mit Annette Humpe geschriebenen Stücke wurden letztes Jahr begeistert aufgenommen.” Ehrlich fügt Raabe hinzu: “Gerade in der trüben Zeit, in der wir nicht arbeiten durften, war das ein Hoffnungsschimmer.”

Viele ziehen Parallelen zwischen den 20er/30er Jahren und der heutigen Zeit. Ob Max Raabe das auch so sieht, möchte Tietjen wissen:
“Ich glaube nicht, dass die Geschichte uns den Gefallen tut, sich zu wiederholen. Jedenfalls nicht so, wie wir es gerne hätten. Auf ganz tückische Art kann vielleicht noch Ärger kommen. Man muss aufpassen, es ist wirklich eine komische Zeit, und das überall auf der Welt. Ich möchte hier die Stimmung nicht runterziehen, aber es ist schon eigenartig, was für komische Regierungen in manchen Ländern am Start sind und was daraus für Möglichkeiten entstehen.”

Nach einer Live-Gesangseinlage samt Palast Orchester wurde weiter getalkt.
Moderator Johannes Wimmer stellte die Frage, ob Max Raabe unabhängig von der politischen Lage gern in der Zeit gelebt hätte.
Seine klare Antwort: “Ich möchte heute leben! Als ich nach Berlin zog, hatte ich eine Ofenheizung. Das ist heute auch schon ein heikles Thema.” Gelächter im Studio.

Trotzdem liebt und lebt er viele Stilelemente aus der Zeit. Radfahren ist neben der Musik seine Passion. “In der Ästhetik ist für mich sehr viel Schönes dabei. Ich verlange aber nicht, dass die Leute permanent in Anzug und Krawatte herumlaufen. Aber auch ich brauche es nicht immer. Ich beurteile niemanden nach dem, was er trägt. Ich schaue eher auf die Augen, als auf die Schuhe.”

Selbstverständlich kam die Sprache auch auf sein neues Alum “Wer hat hier schlechte Laune”, das gestern Release feierte. Insgesamt 15 Tracks erwarten Fans der nostalgischen Musik. Track 13 ist der neue Titelsong “Ein Tag wie Gold”.

Unterstützung erhält Max Raabe nicht nur von Peter Plate und Oriel-Quartett, sondern ebenfalls von Mango, einem Filmzebra.
Das kündigt sich schon auf dem gelungenen Cover an, auf dem Max Raabe mit dem Zebra über einen Zebrastreifen in Berlin geht.
“Die Idee hatte mein Grafiker”, verrät der Sänger. “Wenn man das Album aufklappt, sieht man ein Bild mit mir und Mango vor einer grünen Wand. Ich fand die Idee sehr schön, weil ich das Grün sehr schön fand”, so der Ästhet. “Ich kam dann auf die Idee, das Zebra dort zu fotografieren, wo es wohnt, und mich in Berlin. Und dann bauen wir das einfach vor einem Greenscreen zusammen.”

Doch dann kam alles anders. “Ich wurde aufgeklärt, dass das Zebra davon lebt, dass es von A nach B reist. Mango hat sich zur Coronazeit tierisch gelangweilt.” Raabe kommt richtig ins Schwärmen: “Das Zebra war so lieb, ich habe Mango sofort mit Knäckebrot bestochen. Ich glaube, dass Mango denkt, es ist ein Hund.

In Berlin waren 36 Grad, und der Fotograf wollte mit mir und dem Zebra raus gehen. Ich sagte ‘Muss das sein?'”, erinnert sich Mangos neuer Freund. “Dann scherzte ich ‘Ist da draußen nicht ein Zebrastreifen?!'”

Kurzum, sie gingen für ein gelungenes Cover raus. Ein Zebra, ein Raabe im schwarzen Smoking mit weißem Hemd. Moderator Wimmer schmunzelt: “Wenn ich durch Berlin gehen würde und Sie mir mit einem Zebra entgegen kommen würden, würde ich mich nicht wundern.” Raabe witzelt zurück: “Ich gehe wirklich selten mit Zebra vor die Tür.”

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