Nik P., Ein Stern, ©Fracasso

Nik P.: Silberhochzeit mit “Ein Stern”

Exklusiv-Interview zum Jubiläum eines Hits

25 Jahre “Ein Stern” – Herzlichen Glückwunsch zur silbernen Hochzeit. Wir sind beim Recherchieren tatsächlich auf 52 Coverversionen gestoßen. Kennst Du die alle?


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“Wirklich? 52 Coverversionen, so viele?”, Nik P. lacht. “Nein, nein, davon kenne ich nicht alle. Ich kenne nur ein paar. In meinem Büro gibt es auch eine Rechtsabteilung, die sich darum kümmert. Die weiß vermutlich ganz genau, wie viele Versionen es von ‘Ein Stern’ gibt.

Der Stern ist ein beliebtes Coverprodukt. Die Rechtsabteilung behält das alles ein wenig im Auge. Ich werde nur gefragt, wenn jemand ‘Ein Stern’ für seine Zwecke verändert, wie weit ich das zulasse.
Natürlich wusste ich von vielen Covern, aber dass es so viele sind, habe auch ich tatsächlich nicht gewusst.”

Auch wir haben bei der Zahl 52 gestaunt…

“52 ist eine amtliche Zahl.” Schmunzelnd fügt Nik P. hinzu:

“Da muss man schon sagen, dass ich anscheinend einen Hit geschaffen habe.”

Besonders interessant fanden wir die afrikanische Version von “Ein Stern”…

“Es gibt jemanden in Süd-Afrika, der covert gern meine Songs.”

“Das ist aber nicht Howard Carpendale”, schmunzeln wir.

Nik P. lacht auch. “Nein, nicht der Howard. Das ist ein Süd-Afrikaner, der meine Songs auf Englisch covert. Er fragt bei jedem Song offiziell nach, ob er es darf. Seine Versionen gefallen mir, er macht es wirklich gut.
Ich kenne ihn persönlich nicht, aber wenn er irgendwelche textlichen Veränderungen und Änderungen an der Melodie vornimmt, muss ich als Urheber natürlich zustimmen.

Wenn es zu weit wegdriftet, kann es auch schon mal vorkommen, dass ich keine Freigabe erteile.
Der Süd-Afrikaner hat zum Beispiel aus ‘Gloria 2’ ‘Jessica’ gemacht. Das klingt ganz gut. Klingt amtlich!”

Welche der Coverversionen, die Du kennst, ist Dein Favorit?

“Die ich kenne? Ich kann da tatsächlich nur auf meine eigenen Versionen zurückgreifen. Und da habe ich vor 3 Jahren, 2020, eine Version mit dem Symphonieorchester im Festspielhaus Salzburg aufgenommen. Für mich ist das die intensivste Version überhaupt. Sie berührt mein Herz, weil sie von meinem Pianisten Josef Düregger, der Klassik studiert hat und 25 Jahre mit mir auf der Bühne steht, stimmig gemacht ist.

Das fängt mit dem Intro an. Das gesamte Arrangement für das Orchester und die Partituren, die er geschrieben hat speziell für diesen Song, haben es auf den Punkt gebracht.
Er hat es emotional mit seinem Arrangement getroffen, dass mich jedes Mal, wenn ich den Song mit dem Orchester performe, eine Gänsehaut am ganzen Körper begleitet, weil es mich so sehr berührt.

Josef war auch damals, als ich ‘Ein Stern’ das erste Mal im Studio arrangierte, dabei. Er hatte die Idee, das ‘da, da – da, da’ mit dem Klavier zu machen, was wir später dann noch mit der Gitarre verstärkt haben. Das wurde dann eigentlich die markante Stelle in dem Stern.”

Du hast “Ein Stern” 1998 bereits geschrieben, für Michael Stern. Ist das richtig?

“Die Geschichte ist etwas anders. Ich habe den Stern für mein Album geschrieben, auf dem er auch zu finden ist.

Erst dann hörten wir vom Grand Prix des Schlagers. Mein Album war derzeit noch nicht veröffentlicht. Wir haben kuzerhand die Veröffentlichung zurückgezogen, eigentlich aus Promotion- und PR-Gründen, damit ich mit den 10 eingereichten Songs dort teilnehmen konnte. Damit wollte ich auf mich aufmerksam machen.
Passiert ist dann, dass sich vier der 10 eingereichten Songs platziert haben.”
Nik P. lächelt…

Das ist ja besser als Ralph Siegel beim ESC…

Lacht: “Ja, genau. Jetzt durfte ich aber nur einen als Künstler performen. Wir mussten also für die anderen drei Songs Interpreten suchen.

Es begann eine endlose Diskussion im Studio mit meinem damaligen Manager, welchen Song ich denn nun persönlich singen sollte. Ich wollte unbedingt ‘Ein Stern’ singen, mein Manager bestand auf ‘Weißer Adler’.
Nach einer langen Diskussion habe ich mich umstimmen lassen und habe dann ‘Flieg weißer Adler’ gesungen. Mit dem Song habe letztendlich auch gewonnen.

Für ‘Ein Stern’ haben wir einen Sänger gesucht. Wir nahmen ein Chormitglied aus der damaligen Albumproduktion. Der Sänger hieß Michael Radl. Wir sagten Michael, dass er es toll singt, und fragten ihn, ob er Lust hätte, den Song zu singen beim Grand Prix. Michael tat das natürlich gerne.

Wir fanden nur, dass Radl ein nicht ganz so guter Name dafür war. So wurde aus Michael Radl der Sänger Michael Stern, und es kam, dass Michael für mich mit ‘Ein Stern’ am Grand Prix teilnahm. Darüberhinaus fanden wir eine andere Interpretin für ‘Tränen trocknen schwer’.

Ich gewann den Wettbewerb. Michael wurde Sechster und hat sich gerade noch für das Finale in München qualifiziert, wo ich wiederum auf den zweiten Platz kam. Michael erreichte in München beim Finale noch Platz 10. Er war mit seiner Version dann auch im Radio zu hören.

Als die Leute erfuhren, dass der Song auf meinem zweiten Album war und von mir ist, ging nach ‘Gloria’ und ‘Braun gebrannte Haut’ der dritte Titel durch die Decke. Und bei jedem Konzert, das ich damals gespielt habe, waren ‘Gloria’, ‘Braun gebrannte Haut’ und ‘Ein Stern’ ein Muss. Das ist bis heute geblieben. Ohne diese Titel kann ich nicht von der Bühne.

Für mich ist es unfassbar, wie lange sich das schon hält. ‘Ein Stern’ war damals auch ausschlaggebend dafür, dass mich Veranstalter gebucht haben. Alle wollten auf einmal ‘Ein Stern’ auf der Bühne haben.”

Auch heute noch füllt “Ein Stern” die Tanzflächen wie vor 10 Jahren…

“Es ist unfassbar”, gibt Nik P. bescheiden zu. “Immer, wenn ich auf der Bühne stehe und die ersten Töne kommen, dann stehen die Leute auf und singen ‘Ein Stern’. Das ist für mich selbst nach so langer Zeit unglaublich, was dieses Lied noch heute für eine Kraft hat. Es ist ein Evergreen geworden, wie man heutzutage so schön sagt.”

Was hat Dich zum Schreiben von “Ein Stern” inspiriert, und wie lange hast Du zum Schreiben gebraucht?

“Das ist schon ewig lange her. Ich hab den Stern 1987 oder 1988 geschrieben. Da war ich am Wörthersee. Ich war mit meiner damaligen Freundin tanzen. Es war eine wunderschöne Vollmondnacht. Wir gingen gemeinsam runter an den Wörthersee. Es war so gegen 2.00 Uhr nachts, und wir suchten ein wenig Ruhe. Aus der Laune raus sagte ich: ‘Schatzl, da oben steht ein Stern, und der trägt jetzt deinen Namen.’ Die Idee war geboren.

Ich dachte mir, ‘Ein Stern, der deinen Namen trägt’ ist einfach eine tolle Zeile. Damals notierte ich mir die Zeile noch auf einen Notizblock. Schon während wir dort saßen und die Nacht genossen, tüfelte ich daran rum. Danach verschwanden die Zeilen im Archiv.

1998 kam es dann, dass ich gegen alle Erwartungen ein zweites Album produzieren sollte, da das erste so erfolgreich war. Das war mein erstes Album 1997 mit ‘Gloria’ und ‘Braun gebrannte Haut’ drauf.

Da ich auf ein zweites Album nicht vorbereitet war, durchsuchte ich mein Archiv nach Texten, die ich geschrieben hatte. Da fiel mir dann ‘Ein Stern’ in die Hände, der dort schon 10 Jahre lag. Ich nahm die Gitarre in die Hand und habe den Song zuende geschrieben, also fertig komponiert. So ist die Geschichte von ‘Ein Stern’.

Wie lange hast Du gebraucht, um den Song zuende zu komponieren?

“‘Ein Stern’ war tatsächlich eine meiner schnellsten Kompositionen. Ich nahm die Gitarre in die Hand, der Text lag bereits vor mir. Ich spielte die Akkorde, hab’ dazu gesungen, was so grob aus mir rauskam, und ich dachte: ‘Passt!’. Und irgendwie war der Song auf einmal fertig.

Ich nahm es auf und produzierte es. Auf einmal kamen alle an und sagten: ‘Tolles Lied’. Aber dass es wirklich mal so ein Hammer wird, hätte ich mir nie träumen lassen, nie!”

Es gibt im Netz viele widersprüchliche Interviews mit Aussagen von Dir. Bei einigen sollst Du gesagt haben: “Als ich den Song fertig hatte, wusste ich, dass ich was Großes in den Händen halte.”
In anderen Berichten liest man, dass Dir eigentlich gar nicht klar war, was Du da eigentlich geschaffen hast. Wie war es wirklich?

“Na ja, ich wusste schon durch die Reaktionen vom Publikum und von meinen Freunden, denen ich immer während der gesamten Produktion meine Lieder vorspiele, dass sie ‘Ein Stern’ mochten. Ich habe schon gewusst, da ist mir was gelungen.

Du erkennst das sofort an der Reaktion deiner Freunde. Manchmal bekommst du nur zu hören: ‘Ah ja.’ Dabei bist du selber total überzeugt. Beim Stern wiederum war es so, dass jeder sagte: ‘Toller Song, tolle Geschichte.’

Wie gesagt, das wusste ich schon: Da ist mir was gelungen. Aber die Wellen, die ‘Ein Stern’ schlug, und diese Dimensionen hätte ich nie erwartet. Dass ich einen Echo bekomme für einen internationalen Song, nominiert zu sein neben Justin Timberlake und Rihanna, und ich bekomme mit DJ Ötzi den Echo für den erfolgreichsten internationalen Song in Deutschland, das ist Wahnsinn. Diese Dimension habe ich nicht erwartet.”

Wenn Du einen neuen Song geschrieben hast, präsentierst Du ihn zuerst Deiner Frau und Deinen Freunden?

“Natürlich. Sie sind ständig um mich. Natürlich fragen sie auch: ‘Na, was machst du gerade, hast du schon was Neues?’ Dann spiele ich die neuen Sachen vor und hole mir Meinungen ein.

So kam es auch schon häufiger vor, dass ich einen Song komplett verändere oder gar wegwerfe. Oder, wenn die Reaktion wirklich gut ist, weiß ich, dass es passt. Die Meinungen meiner Frau und meiner Freunde sind mir wichtig. Ich bin der Meinung, dass man sich sonst auch verliert in den Kompositionen und Texten, wenn man so viel geschrieben hat wie ich – rund 400 Songs sind bereits veröffentlicht.

Im Prinzip geht es in jedem Titel um das zentrale Thema ‘Liebe’. Da kann es natürlich mal vorkommen, dass ich mich selber kopiere. Wenn das der Fall ist, fällt es als erstes meiner Frau oder Freunden auf. Ich bekomme dann zu hören: ‘Aber das hast du schon einmal gehabt’ oder ‘Das hast du aber schon einmal gemacht, oder?’ Dann muss ich manchmal zugeben, dass sie Recht haben.

Je mehr Songs du geschrieben hast, umso schwerer wird es natürlich. Aber es macht mir immer noch einen Riesenspaß.”

2006/2007 kam “Einen Stern” von Deinem Namensvetter NiC heraus. Das macht die Verwirrung komplett. Der Titel hieß bei NiC “Einen Stern”. War die Verwechslungsgefahr gewollt, und wie findest Du die Version von NiC mit C?

“NiC mit C hat das passend für den Ballermann produziert. Die Version, muss ich zugeben, hat mir persönlich nicht so gut gefallen. Sein Erfolg auf Mallorca war dennoch enorm. Dass er damit schlussendlich das Management von DJ Ötzi auf die Idee gebracht hat, diesen Song doch nochmal neu aufzunehmen, zusammen mit mir, war nochmal Glück.

Wobei ich damals nicht den Grund verstanden habe, warum DJ Ötzi und ich den Song gemeinsam singen sollten. Er hätte mich ja auch wie jeder andere covern können. Aber DJ Ötzi bestand darauf, es unbedingt mit mir machen zu wollen.

Nach langem Hin und Her probierten wir gemeinsam die Aufnahmen. Wir hatten das beste Produktionsteam und ein sehr gutes Marketing, dass der Titel so durch die Decke ging. Der Initialzünder war der NiC mit C, dadurch, dass er seine Version auf Mallorca publik gemacht hat.”

Was macht Nik P. eigentlich, wenn er nicht gerade Hits schreibt oder auf der Bühne steht?

“Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meiner Frau. Wir haben zuhause einen Riesengarten, und so langsam kommt endlich der Frühling. Ich arbeite sehr gern im Garten. Wir haben ein Gewächshaus, das nimmt ein wenig Zeit in Anspruch.

Zur Zeit reinige ich die Terrasse und mache sie fit für den Frühling. Sobald das Wetter es erlaubt, bin ich mit meiner Frau viel mit dem Fahrrad unterwegs. Wir leben im Salzkammergut vor Salzburg. Es ist wirklich eine sehr schöne Gegend, die wir bei unseren Radtouren genießen.”

Du wirkst generell sehr bodenständig und naturverbunden. Das macht Dich ausgesprochen sympathisch…

“Danke dir. Aber es gibt keinen Grund zum Abheben, auch, wenn man mal was Großes geschaffen hat. Ich bin von Grund auf sehr bescheiden. Ich komme auch aus einer sehr bescheidenen Familie. Wir hatten nie viel und mussten mit den kleinen Dingen zurechtkommen.

Wir waren immer mit den kleinen Dingen im Leben glücklich und hatten trotzdem Spaß am Leben. Das ist das Wichtigste: Dass man Spaß am Leben hat, egal wie es manchmal auch läuft. Man darf nie vergessen, dass es eine gewisse Zeit gibt, die wir hier sind, und irgendwann ist hier alles vorbei.

Ich persönlich lebe in der Erkenntnis der Vergänglichkeit der Dinge. Nichts hält ewig. Selbstverständlich genieße ich den momentanen Erfolg, weiß aber auch, dass es irgendwann vorbei sein wird. Deshalb versuche ich einfach, cool durch’s Leben zu gehen, ohne mich groß aufzuregen über Dinge, die ich eh nicht ändern kann.”

Gibt es einen Schlagerhit, von dem Du sagst: “Den hätte ich gerne geschrieben”?

“Es gibt so viele wunderbare Songs, die ich immer wieder gerne höre. Udo Jürgens ist eines meiner ganz großen Vorbilder gewesen. Es hat mit immer gefallen, wie Udo Jürgens es verstanden hat, immer am Zahn der Zeit mit seinen Texten und seiner Musik, die er gemacht hat, zu sein.

Seine Songs waren immer aktuell. Udo Jürgens hat so viele tolle Songs geschrieben. Für mich eine der besten Kompositionen ist ‘Merci, chérie’. Wenn man den Song anhört, wie er ihn interpretiert, wieviel Kraft der Song hat und wie unglaublich er dieses Thema verarbeitet hat. Das ist für mich ein Meisterwerk. Nicht umsonst hat es den ESC gewonnen. Udo Jürgens war für mich einer der ganz Großen.”

Hast Du auch mit Deiner Frau einen Song, von dem Du sagst: “Das ist unser Lied”?

“Ja, haben wir. Der Titel kommt demnächst auf den Markt. Ich hab’ für meine Frau zur Hochzeit einen Song geschrieben – ‘Mein Himmel bist du’. Er wird im Sommer veröffentlicht.

Am 14. April kommt meine erste Single aus dem neuen Album auf den Markt. Das neue Album ‘Mit den Füßen im Meer’ erscheint im Herbst. Im August kommt dann der Song ‘Mein Himmel bist du’ heraus.
Ich schrieb das Lied und habe ihr einen Antrag gemacht. Bei unserer Hochzeit habe ich dann den Song gespielt.”

Nik P., Ein Stern, ©Fracasso
Nik P., Ein Stern, ©Fracasso

–> zu den Coverversionen, die selbst Nik P. nicht alle kennt: Ein Stern, Nik P. und nochmal 52 Sterne

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