Interview Torsten Dehnert

Torsten Dehnert: Roland Kaiser bringt das Mittagessen

Ein Leben als Roland-Kaiser-Double 

Zwei Jubiläen gibt es für Roland-Kaiser-Fans dieses Jahr zu feiern. Zum einem ist das 50 Jahre Roland Kaiser, das Original, und zweitens 25 Jahre Torsten Dehnert als Roland Kaiser. Wie der Sachse zum Double wurde und welche Wirkung seine Rolle als Kaiser auf die Damenwelt hat, darüber sprach er exklusiv mit Schlagerzeile®.


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Während eine Audienz bei der kaiserlichen Majestät nur Wenigen vorbehalten bleibt, leistet Torsten Dehnert Basisarbeit. Geboren wurde er in Meißen, der sächsischen Wein- und Porzellan-Stadt. Heute wohnt er in der Nähe von Dresden. „Mein Herz schlägt nicht nur Schlager, sondern auch für Sachsen“, bestätigt Torsten. Nach der Schule nahm er nicht, wie viele Schlagerstars, Gesangsunterricht oder sang leidenschaftlich mit dem Schneebesen in der Hand. „Ich habe ein richtiges Handwerk gelernt“, verrät er. „Ich bin gelernter Bäcker und habe viele Jahre in dem Beruf gearbeitet. Bäcker ist ein wirklich toller Beruf, aber leider ist das Handwerk auch immer undankbarer geworden. Schlechte Arbeitszeiten sind das große Problem und die dazugehörige Entlohnung.“

Seit 25 Jahren steht Torsten ohne „h“, wie er immer gern betont, als Roland Kaiser auf der Bühne. Doch wie kamst Du auf die Idee, als Roland-Kaiser-Double aufzutreten?

„Ich habe schon als Kind und noch zu DDR-Zeiten Roland Kaiser gern gehört. 1998 und 1999 waren irgendwie kaiserliche Jahre. Ich war ein junger Mann und entdeckte die Discotheken für mich. Roland war in aller Munde. Zu meiner Glanzzeit wurden in den Discos häufig seine Hits gespielt.“ Torstens Augen fangen an zu strahlen. „Ich liebte seine Songs, vor allem den Hitmix, der gerade rausgekommen war. Auf Karaoke-Veranstaltungen begann ich, die Kaiser-Hits zu singen.“

Das sollte der Grundstein für Torsten Dehnerts Karriere als erfolgreiches Double sein. „Zu meiner Verwunderung haben sich die Leute gefragt, ob ich tatsächlich live singe“, erklärt er bescheiden. Gerade diese natürliche und sympathische Bodenhaftung hat der echte Kaiser leider verloren. Wirklich Zeit für seine Fans nimmt sich der immer so hoch gepriesene Herr so gar nicht gentlemanlike nicht mehr. Schlagerqueen Andrea Berg kommt nach einem Konzert zu ihrer Fangemeinde, gibt Autogramme und macht Selfies – sogar bei einer ausverkauften Arena vor 10.000 Schlagerfans. Sowas erlebt man bei Roland Kaiser leider nicht.

Torsten Dehnerts Stimmfarbe gleicht der des Kaisers wie ein Ei dem anderen. Bei so einer Stimme und seinem guten Aussehen, vor allem im Anzug, wurden die ersten Angebote an Dehnert herangetragen. „Ich wurde gefragt, ob ich nicht Lust hätte, auf Geburtstagen zu singen.“ Das war der zweite Schritt in den großen kaiserlichen Fußstapfen. Torsten dachte weiter: „Wenn ich schon auf Geburtstagen singe, dann kann ich doch auch auf Stadtfesten und in Discotheken auftreten.“

Schritt für Schritt kamen die Buchungen. Heute ist sein Terminkalender prall gefüllt. Begeisterte er noch Anfang des Monats beim Maifest in Boostedt das Schlagerpublikum von GV-Makler Thorsten Gäbel, ist er heute Abend neben den JunX bei der Warm-Up-Party zum Schlagermove. „Ich bin sehr dankbar für meine Stimme“, gibt Torsten zu. „Der Gesang wurde mir praktisch als großes Geschenk in die Wiege gelegt.“ Warum er sich gerade für Roland Kaiser entschieden hat, darauf weiß das Double sofort eine Antwort. „Seine Songs sind einmalig, seine Texte aus dem Leben gegriffen. Jeder Mensch kann sich bei irgendeinem seiner Titel wiederfinden. So ist es auch bei mir. Bei manchen Songs denke ich: ‚Das habe ich auch schon erlebt.‘“

Was meinst Du genau? So einen Song wie „Du, deine Freundin und ich“?

Torsten lacht. „Nein, ’Du, deine Freundin und ich‘ habe ich persönlich leider noch nicht erlebt“, behauptet er mit einem verschmitzten Lächeln, und wir wissen nicht, ob wir es ihm wirklich abnehmen sollen. Denn eine Sache gibt er dann doch zu. „Bin ich als Torsten Dehnert unterwegs, wirkst du für die Damenwelt uninteressant. Trete ich als Roland-Kaiser-Double auf, werde ich auf einmal ganz anders angesehen. Warum, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Das müssen wir wohl die Frauen selber fragen. Aber ‚Extreme‘ ist zum Beispiel ein Song, in dem ich mich wiedergefunden habe.“

Wo Du schon so lange erfolgreich als Double im Rampenlicht stehst, warum hast Du nicht irgendwann Deinen eigenen musikalischen Weg eingeschlagen?

„Ich habe mittlerweile eigene Songs aufgenommen. ‚Ich bin dein Mann‘ war meine erste eigene Single 2012. Der zweite Song war „Es tut mir leid“, dann kam „Mitten ins Herz“. Erst vor kurzem habe ich Titel vier im Studio aufgenommen. Mal schauen, wohin meine Reise mich noch führt.“ Denn Dehnert weiß: „Als Newcomer oder in meinem Fall als eigenständige Persönlichkeit ist es heute in der Musikbranche schwerer geworden.“ Da setzt Torsten Dehnert lieber auf Sicherheit. „Ich sage immer, solange ich als Roland-Kaiser-Double ankomme, mache ich es auch weiter. Parallel arbeite ich an meiner Karriere mit meinen meist selber geschriebenen Texten weiter.“

Auch, wenn er schon längst als Kaiser seinen Lebensunterhalt verdient, geht er noch einem bürgerlichen Beruf nach.„Leben könnte ich davon, aber ich arbeite Teilzeit und beliefere Kindergärten und Schulen mit Essen.“

Hast Du Roland Kaiser auch schon persönlich getroffen?

„Ja, das habe ich tatsächlich dreimal bisher.“

Weiß Roland Kaiser, dass Du sein Double bist?

„Das weiß ich bis heute ehrlich gesagt nicht. Ich stelle mich Roland ja nicht mit den Worten vor: ‚Hallo Roland, ich bin dein Double.‘ Sondern ich gehe zu ihm hin und frage, ob ich ein Foto und ein Autogramm haben darf. Bisher hat er nicht nein gesagt. Vielleicht weiß er heute, dass ich sein Double bin, aber zur damaligen Zeit glaube ich nicht.“

Was ist Dein persönlicher Lieblingshit von Roland?

„Oh, das ist eine gute und schwere Frage. Er hat in den letzten 50 Jahren so viele große Hits gehabt. Da kann ich nicht sagen: ‚Der Song ist mein Favorit.‘ Ich mag sehr, sehr viele seiner Songs. Auf der Bühne singe ich gerne ‚Das fünfte Element‘ und ‚Sag ihm, dass ich dich liebe. Ebenso mag ich aber auch unbekanntere Titel wie ‚Ich war einmal ein Träumer‘. Dieses Lied habe ich dieses Jahr in mein Programm aufgenommen. Die traurige, aber wunderschöne Ballade bringe ich bei Nachmittagsauftritten. Das ist übrigens auch ein Song, in dem ich mich wiederfinde“, erklärt der 45-Jährige. „Ich war als Kind auch ein kleiner Junge mit vielen Träumen. Der Text passt gut zu mir. Es kommt darin vor, über‘s Meer zu fliegen, und das wollte ich als Kind auch können. Ich träumte davon, einen Berg runterzulaufen, die Arme auszubreiten und einfach zu fliegen.“

Einen Traum hat Torsten Dehnert auch heute noch. „Roland ist mit 72 Jahren noch so fit. Das würde ich mir im Alter auch wünschen.“

Interview Torsten Dehnert

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