Marie Reim Interview

Marie Reim: „Bei solchen Eltern – was soll dann aus mir werden?“

Marie über Karriere, Liebe und Zukunft

 „Für mich sind es keine Schlagerstars, sondern Mama und Papa“, antwortet sie auf die Frage „Wie war es für Dich, als Kind von zwei so großen Schlagerstars aufzuwachsen?“ Schlagerzeile® sprach mit Marie Reim kurz vor ihrem Auftritt bei der Schlagernacht am Kalkberg über Karriere, Liebe und Zukunftspläne. –> Schlagernacht am Kalkberg: Sommerfeeling mit Zarrella und Co.


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Sie feierte am 8. Mai ihren 24. Geburtstag, ist bildschön wie Mama Michelle und wortgewandt wie Papa Matthias Reim. Schlagerzeile® traf die erfolgreiche Schlagersängerin gestern kurz vor ihrem großen Auftritt bei der Schlagernacht am Kalkberg. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass Marie Reims Kindheit schon etwas anders verlief. Ihren ersten Geburtstag feierte sie mit ihrer Mutter beim ESC-Finale in Kopenhagen, ihren Vater begleitete sie zu Aufnahmen ins Tonstudio. Das gehört nunmal zum Alltag von zwei der größten Schlagersänger unserer Zeit.

Auf die Frage wie es für sie war, als Kind von zwei Schlagerstars aufzuwachsen, antwortet die Kölnerin. „Für mich sind es keine Schlagerstars, sondern Mama und Papa. Ich kenne es nicht anders. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie es wäre, wenn meine Eltern nicht die wären, die sie sind.“ Eine ehrliche und bodenständige Antwort, bei der man das Gefühl hat, man sitzt noch der kleinen Marie-Louise Oberloher gegenüber, die jede Sekunde mit Mama und Papa genießt.

Unvorstellbar für alle, die Eltern haben, die nicht prominent sind. Michelle und Matthias Reim haben ein Leben, von den viele träumen. Für Marie Reim bedeutete das ein Familienleben zwischen TV-Shows, Live-Auftritten und roten Teppichen im Blitzlichtgewitter, verbunden mit ständigen Flugreisen oder langen Autofahrten zu Auftritten. Kein Wunder, dass auch ihr Weg ins Showbusiness führte.

„Natürlich haben mich meine Eltern unglaublich inspiriert, denselben Weg einzuschlagen“, gesteht Marie. Doch Papa Matthias wollte Vernunft walten lassen. „Mein Vater hat mir aber ans Herz gelegt, auch was Richtiges zu lernen, damit ich noch ein zweites Standbein habe: ‚Sei nicht so verrückt wie wir alle.‘“

Gerade diese beiden Sänger haben in ihrer Karriere auch Höhen und Tiefen erlebt. Aber genau das ist es, was Matthias Reim und Michelle so authentisch macht. Vor allem Maries Vater ist nicht nur mit einer unverwechselbaren Stimme gesegnet, sondern auch noch mit dem Talent, seine Gefühle und erlebten Momente in erfolgreichen Songs zu beschreiben.

Mit dem traumhaften Aussehen von Mama diesem Talent von Papa blieb für Marie Reim eigentlich nur der Weg ins Rampenlicht. „Mal ganz ehrlich: Was soll denn bei den Eltern sonst aus mir werden?“, stellt sie lächelnd fest. „Anwältin? Wobei ich glaube, dass ich das ganz gut könnte…“

Das glauben wir auch. Sitzt man Marie gegenüber, merkt man, dass sie viel mehr ist als das Kind zweier Schlagerlegenden. Sie legt selber jeden Tag neue Grundsteine für das Fundament ihres eigenen Legendenstatus in der Schlagerwelt. Ihre Songs eifern weder Michelle, noch Matthais Reim nach. Marie hat es innerhalb kürzester Zeit geschafft, sich von den Eltern freizuschwimmen und den Popschlager neu zu definieren. Ihre Songs werden spätestens seit ihrer ESC-Bewerbung mit „Naiv“ und „Warum bist du so dumm“ frecher und noch selbstbewusster – Popschlager der neuesten Generation eben, der auch junges Publikum für das Genre begeistert. Dabei ist Marie Reim wandlungsfähig wie ihre Mutter, die ihr immer mit Rat und Tat zur Seite steht. Sie steht eben gern auf der Bühne, obwohl sie von Haus aus eigentlich zurückhaltend ist. „Ich bin wirklich schüchtern. Auch, wenn man das gar nicht glauben kann bei meinen Liedern und Videos.“

Marie verbrachte den Großteil ihrer Kindheit in der Domstadt Köln. Früh wollte sie auf eigenen Beinen stehen und wohnte für ein halbes Jahr in Best, einer niederländischen Gemeinde in den Kempen der Provinz Noord-Brabant, wo sie auch zur Schule ging. Daher spricht Marie nicht nur Deutsch, Kölsch und Englisch, sondern auch ein wenig Holländisch. „Ich muss sagen, ich liebe die Sprache und muss sie dringend auffrischen.“

Heute lebt die 24-Jährige wieder in Nordrhein-Westfalen, in Düsseldorf. Sie zog wieder in den Pott, weil dort ihre ganzen Freunde wohnen, wie sie selbst sagt. Doch gemunkelt wird, dass ihr Herz für einen Gesangskollegen aus dem Team Düsseldorf schlägt. Das Team Düsseldorf ist ein sehr erfolgreiches, junges Produktionsteam, das aus den drei jungen Interpreten Paul Falk, Daniel Sommer und Tim Peters besteht. Gemeinsam mit seinen Freunden gründete Tim Peters das erfolgreiche Team, das schon Songs für Schlagergrößen wie Maite Kelly, Florian Silbereisen, Michelle und Matthias Reim produzierte. Die beiden letztgenannten Interpreten kennt Marie, wie wir wissen, besonders gut. „Mit dem Team Düsseldorf bin ich eng befreundet. Wir sind wie eine große Familie, feiern sogar Weihnachten teilweise zusammen.“

Wirst Du jetzt ein fester Bestandteil vom Team Düsseldorf, wie eventuell Dennis Wilms?

„Dennis ist ja auch relativ neu in der Clique. Er ist ein absoluter Schatz, ein kreativer Kopf und ein absolut geiler Koch. Der kann ja nicht nur, sondern auch noch verdammt gut kochen. Das Team besteht nur aus tollen Menschen, und ich bin schon irgendwie recht lange Bestandteil der Männergruppe. Und ich freue mich, ein Teil dieser Familie zu sein. Das Team Düsseldorf ist mein Revier. Das sind meine Freunde, und ich teile nicht gerne“, schmunzelt Marie.

Wie habt Ihr Euch kennengelernt? Dadurch, dass das Team auch Songs für Deine Eltern geschrieben hat?

„Als erstes lernte ich Tim Peters kennen, als ich meinen allerersten Song ‚SOS‘ bei ihm einsingen sollte.“ Tim Peters war neben Alexander Scholz und Werner Petersburg bei Maries Debütsingle federführend. Und dieser Song scheint etwas Biografisches zu haben. Tim Peters soll es nämlich laut Gerüchteküche sein, der Maries Herz erobert hat. Sie schreiben ihre Songs zusammen, werden zusammen händchenhaltend gesehen und stehen auch erfolgreich gemeinsam mit „Jemand träumt von Dir“ auf der Bühne. Ob der Song die Geschichte von Marie und Tim erzählt, ist jedoch bisher nicht offiziell bestätigt.

Danach lernte Marie Reim Daniel Sommer kennen, der unbedingt eine Songwriter-Session mit ihr machen wollte. „Ich habe wirklich dreimal hin und her überlegt, ob ich zustimme oder absage. Denn eigentlich war ich vorher ein Eigenbrötler.“ Dass sie den Termin nicht absagte, sollte sich als richtige Entscheidung erweisen. Gemeinsam mit Daniel entstand einer ihrer erfolgreichsten Songs.

Wie sieht so eine Songwriter-Session aus?

„Es sind organisierte Sessions, wo man sich beruflich trifft und weiß, dass man heute was schaffen muss. Das kann ein Song für einen selbst, aber auch für einen anderen Künstler sein.“ Marie hält kurz inne und fängt an zu lachen. „Dann gibt es noch die privaten und spontanen Sessions, die etwas anders aussehen. Dort kann es auch schon mal lustig zugehen, wenn wir das zweite oder dritte Glas Wein getrunken haben.“ Sie hält noch einmal inne und fügt hinzu: „Bei solchen halb-privaten Treffen entstehen aber meist auch die ehrlichsten und krassesten Geschichten, eben die emotionalsten Songs.“

Marie Reims privater Musikgeschmack ist breit gefächert. „Privat höre ich kaum Schlager, es sei denn, wenn ich unveröffentlichte Songs habe. Die höre ich dann in Dauerschleife. Bis der Song veröffentlicht ist, habe ich ihn dann schon unzählige Male gehört. Wenn ich dann gefragt werde, ob es auch mein aktueller Lieblingssong ist, habe ich den Song sehr oft gehört und bin mental schon beim nächsten Projekt.“

Wie lange brauchst Du bei einem neuen Song, bis Du ihn auf der Bühne präsentieren kannst?

„Das ist ganz unterschiedlich. Manchmal entsteht heute ein Song, den ich morgen schon kann. Ich kann mir Texte sehr gut merken. Aber es gibt auch Auftritte – wie vor ein paar Tagen – da habe ich, warum auch immer, jedes zweite Wort vergessen. Manchmal ist es aber auch ein sehr langer Weg. ‚Naiv‘ wurde zum Beispiel sechs Monate vor Veröffentlichung von Tim und mir geschrieben. Bei so einem langen Zeitraum bis zur ersten Aufführung kann man den Text natürlich.“

„Naiv“ war Dein großartiger ESC-Beitrag. Warum wolltest Du in die Fußstapfen Deiner Mutter treten und für Deutschland an den Start gehen?

„Die passende Antwort gab mein Vater letztens in einem Interview. Da hat er es sauber auf den Punkt getroffen. Dort hat er die Frage gestellt, warum sich keiner mehr traut, auf Deutsch zu singen. Gerade, weil doch jeder beim ESC sein Land repräsentieren soll. Und das geht nunmal in der Muttersprache am besten. Es gab damals ja auch die Regel, dass jedes Land in seiner Sprache singt, und ich finde es ehrlich gesagt schade, dass das abgeschafft wurde. Ich für meinen Teil würde es immer wieder mit einem deutschen Song versuchen, vielleicht auch mal mit einem Song halb deutsch und halb englisch. Mein Herz schlägt eben für den Schlager, und daran wird sich nichts ändern.“

Das klingt ja fast nach einem erneuten Anlauf..?

„Das ist eine interessante Frage. Sehr inspirierend fand ich Mary Roos. Sie hat, glaube ich, sechsmal am Vorentscheid teilgenommen und war 1972 und 1984 beim ESC dabei. Das zeigt, dass es manchmal gar nicht daran liegt, dass man nicht gut genug ist, sondern dass man manchmal sein Glück einfach häufiger probieren muss. Wobei daraus nicht die neue Schlag(er)zeile werden soll: ‚Marie nächstes Jahr wieder beim ESC‘. Ich weiß es noch nicht, aber ich spiele schon mit dem Gedanken.“

Ein klassisches Datum heute – eigentlich hättest Du heute Deutschland beim ESC in Malmö vertreten sollen. Wie schätzt Du die Chancen von Isaak ein?

„Gute Frage. Ich glaube, das im Vorentscheid schon sorgfältig aus den zahlreichen Bewerbungen ausgesucht wurde. Ich wünsche ihm alles Glück, er steht jetzt für Deutschland auf der Bühne. Und ich hoffe, dass Deutschland endlich mal wieder ein paar Punkte bekommt.“ Kess fügt sie hinzu: „Und wir müssen einfach mal nächstes Jahr gucken…“

Also doch?!

„Nein“, lacht Marie. „Ich sagte: Mal gucken…“

Der 8. Mai ist ein ganz besonderes Datum, nämlich Dein Geburtstag. Wie hast Du Deinen Geburtstag verbracht, mit wem hast Du gefeiert?

„Oh Gott, jetzt muss ich aufpassen, was ich sage. Ich habe zu meinem Geburtstag Karten für das Musical ‚Hercules‘ geschenkt bekommen und bin nicht alleine nach Hamburg gereist. Ich habe auch meinen Urlaub in Ägypten nicht alleine verbracht. Aber da die Presse das eh bald auseinandernehmen wird, werde ich diese Person auch sehr häufig mitnehmen, da ich es hasse, von ihm getrennt zu sein.“

Also hat Tim „Hercules“ gefallen?

Marie lacht: „Netter Versuch. Damit ist schon verraten, dass es jemanden in meinem Leben gibt, doch noch hat die Öffentlichkeit nicht ganz so viel Wind davon bekommen.“

Dein neuer Song „Warum bist du so dumm?“ hat einen sehr provokanten Text…

„Das stimmt. Das ist aber eine Frage, die ich mir schon gestellt habe in meinem Leben. Der Song ist wieder autobiografisch, und genau dieser Satz ging mir durch den Kopf. Ich habe dann mit Tim darüber gesprochen, und er meinte, daraus müssten wir wieder einen Song machen. Das Schlimme ist, dass die Person auch noch weiß, dass es um sie geht.“ Lächelnd fügt sie hinzu: „Aber ich habe gelesen, Taylor Swift macht es genauso. ‚Kein Blatt mehr vor den Mund nehmen‘ habe ich für mich entdeckt. Die Geschichten müssen echt und biografisch sein. Oder so, dass ich mich zu 100 Prozent damit identifizieren kann. Ich muss nicht singen, was ich nicht fühle. Das merkt das Publikum.“

Gibst Du uns einen kleinen Ausblick in die Zukunft?

„Es werden ein paar richtig tolle TV-Formate kommen und natürlich viel neue Musik.“

Deine Karriere nimmt immer mehr an Fahrt auf. Deine Mutter hingegen hat ihr letztes Album und ihre Abschlusstour angekündigt. Bist Du wieder als Support Act dabei, oder wird es eine eigene Tour geben? Vielleicht sogar eine Tour „Marie Reim & Friends“ wie zum Beispiel von Sonia Liebing?

„Das ist eine richtig tolle Frage. Eine ‚Marie & Friends‘-Tour würde ich wahrscheinlich nicht machen. Das ist zwar eine gute Idee, aber ich bin dazu zu dickköpfig als Sternzeichen Stier. Ich habe ehrlich noch nicht darüber nachgedacht, als Support Act bei meiner Mama wieder dabei zu sein, ist aber eine gute Idee. Denn die letzte Tour war wirklich wunderschön. Und ich muss sagen, wir haben in den letzten Tagen tatsächlich das erste Mal darüber gesprochen, ob es nicht im nächsten Jahr die ersten eigenen Tourtermine geben wird…“

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