Michelle Flutlicht Rezension

Michelle brachte unser Schlagerherz zum Schlagen…

…deshalb sorgt der letzte Akkord für einen Herzstillstand

Es ist vollbracht. Seit heute ist Michelles letztes Album „Flutlicht“ auf dem Markt. Nach über 30 Jahren einzigartiger Karriere will die Grand Dame des deutschen Schlagers sich aus dem Rampenlicht zurückziehen. Mit ihrem letzten Longplayer liefert Michelle zwar einen recht persönlichen Soundtrack ihres Lebens. Doch es fehlen an vielen Stellen leider ein wenig alte Weggefährten, die aus Tanja eine der erfolgreichsten Sängerinnen des Schlagers gemacht haben. Lest hier eine ehrliche Rezension über „Flutlicht“.


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Für uns ist und bleibt Michelle eine der größten Schlagersängerinnen, das wird sich nie ändern. Wir danken daher an dieser Stelle Kristina Bach, die als erste das große Talent des kleinen zierlichen Mädchen entdeckt hat. Auch danken wir Jean Frankfurter, einem der großartigsten Komponisten und Produzenten, der zusammen mit Irma Holder für viele ihrer ganz großen Songs verantwortlich ist. Wir danken ebenfalls Uwe Kanthak, der Michelle jahrelang half, den richtigen Weg zu gehen. Und nicht zuletzt danken wir Schlagerlegende Matthias Reim für die großartigen Duette „Idiot“ und „Nicht verdient“ und Hits wie „Große Liebe“. 

Was Michelle über die Jahrzehnte ausmachte, war vor allem ihre Wandlungsfähigkeit und ihre so unangepasste Art. Sie ging stets ihren Weg und trug ihr Herz vielleicht einmal zu oft auf der Zunge. Ihre Bühnenpräsenz ist dabei wie ihre Stimme einzigartig, ihre damaligen Bühnenoutfits sind heute legendär. Als Michelle dann bei Florian Silbereisen ihr Karriere-Aus verkündete, war das für unser Schlagerherz wie ein „Herzstillstand“. –> https://schlagerzeile.de/story/ein-schwarzer-tag-fuer-den-schlager/ Schließlich war sie mit dafür verantwortlich, dass wir schon damals keine Folge der ZDF-Hitparade mehr verpassten, Schlager unser Lieblingsgenre wurde und wir letztendlich auch das Onlineportal Schlagerzeile®gründeten. Dann verliebte sich Tanja in Eric, dem wir hier keine so große Lobby schenken möchten. „Liebe oder Wahnsinn“, wie immer man es auch nennt, ist die Privatsache des Paares. Das hätte es aber auch bleiben sollen!

Insgesamt 16 Tracks finden sich auf der Grundfassung von „Flutlicht“. Schlagerzeile® hat für Euch reingehört:

Track 1 „Flutlicht“ ist auch gleichzeitig der Namensgeber des letzten Albums. Thematisiert wird hier Michelles Leben in der Öffentlichkeit. Sie rechnet mit den Medien ab, die viele Themen zu sehr aufbauschten. Der Song entstand im Zusammenarbeit mit Tanja Hewer, Eike Staab und Philippi. Warum Michelle sich bei manchen Texten „Michelle“ und bei manchen „Tanja Hewer“ nennt, wissen wir nicht, aber es fällt auf. Die Texte, die Michelle geschrieben hat, berühren uns persönlich mehr. 

Track 2 „Du kannst mich mal“ ist eine moderne Tanznummer vom gleichen Team. Michelle fordert auf, einen eigenen Wege zu gehen. Es gibt immer eine Wahl zwischen „Du“ und „Du kannst mich mal“. Bei dem Song hätte sie besser getan, auf Tim Peters und Dan Sommer zusammen mit Tochter Marie Reim zu setzen. Dann wäre die Nummer sicher eine Spur großartiger geworden…

In Track 3 „So oder so“ geht es um komplizierte Liebe – ein Thema, das Michelle liegt. Auch hier, beim ersten Fast-Ohrwurm war wieder einmal das Dreiergespann am Werk.

Track 4 „Männer“ lässt die Herren der Schöpfung mit einem Augenzwinkern nicht ganz so gut wegkommen. Der Text enthält sehr viel Wortwitz von Texterin Michelle.

Track 5 „Gespräch mit Gott“ beschäftigt sich mit einer dunklen Zeit in Michelles Leben. Sie singt in der Ballade über ihren Suizid-Versuch. Ob man als ehrlicher Michelle-Fan so tief in ihre Seele schauen muss, ist fraglich. Denn schließlich hat Michelle ordentlich an Fannähe verloren. Der Text stammt natürlich allein aus ihrer Feder.

Track 6 „Lieb mich oder lass es sein“ ist bereits als Vorbote des neuen Albums unterwegs gewesen und sorgte bei Florian Silbereisen für Tanzfeeling. Auch hier textete Michelle allein einen moderne Tanznummer. 

„Herz in Takt“ ist Nummer 7 auf dem Album. „Ich trage mein Herz oft auf der Zunge, und ich weiß, dass es manchen nicht schmeckt…“, fängt die Uptempo-Nummer passend an. Der Text ist natürlich von Michelle. Deshalb sei uns nicht böse, liebe Tanja, wenn wir bei manchen Stücken unser Michelle-Herz auch auf der Zunge tragen…

Track Nummer 8 „Das war’s für mich“ läutete den Anfang vom Ende ein und ist wieder ein Dreier-Projekt. Michelle macht mit ihren Fans eine Zeitreise und lässt ihre gesamte Karriere Revue passieren. So eine Zusammenfassung hätte gereicht.

„Antequera“ aus Track 9 ist eine Stadt in der andalusischen Provinz. Sie wird auch als das „Herz von Andalusien“ bezeichnet. Auch Michelles Herz hat diese Stadt berührt, was sie in der Ballade besingt. Text: Michelle.

Track 10 „Du bist es“ erzählt von der perfekten Liebe. Eine für unseren Geschmack zu moderne Tanznummer, die Michelle nicht ganz so gut steht. Text: Michelle. 

Track 11 „Falsch dich zu lieben“ ist unserer Meinung nach das überflüssigste Duett ihrer Karriere. Diese Stimmen harmonieren einfach nicht.

Track 12 „Liebestrank“ ist ein textliches Highlight von Michelle. Wäre da die Musik-Komposition vom Team Düsseldorf gekommen, wäre es eine richtig fette Nummer.

Track 13 „Der Junge mit den weißen Haaren“ nimmt sich wieder eines ernsten Themas an. Es geht um das Thema Pflegekind, wie Michelle selbst eines war. Federführend: Michelle. 

Track 14 heißt wie Michelles beste Freundin „Mali“. Sie widmet ihrer Freundschaft einen eigenen Song – was für eine Ehre. Michelle schrieb damit eine große Ballade mit viel Herz.

Fühlt man sich belogen oder verletzt, wünscht man sich schon einmal, sich an der Person zu rächen. In Track 15 „Rache ist süß“ geht es genau um dieses Gefühl. Auch hier hätte Jean Frankfurter oder das Team Düsseldorf mehr bewirken können.

Mit Track 16 sagt Michelle ihren Fans „Goodbye“. Der passende Titel aus Michelles Feder heißt „Der letzte Gang“. Die einstige Schlagerprinzessin rollt in der Ballade den Roten Teppich ein und verzichtet auf das goldene Besteck.

Mit diesem angeblich letzten Studioalbum verabschiedet sich Michelle von ihren Fans zum „letzten Gang“ und sagt „Das war’s für mich“. Ein letztes Album, auf dem Hits wie „Dein Püppchen tanzt nicht mehr“, „Du und die“, „Paris“, „Ich schicke dir jetzt einen Engel“, „Wie Flammen im Wind“, „Kopfüber in die Nacht“ und große Duette wie „Idiot“ und „Nicht verdient“ fehlen. „Den letzten Akkord“ haben wir uns anders vorgestellt…

Michelle Flutlicht Rezension

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